Sensationelle Fotos! Bislang unveröffentlichte Aufnahmen der MBB-51“Stallion“ aufgetaucht


Bei einer Haushaltsauflösung wurden zwei Fotos von einem unbekannten Flugzeugtyp sichergestellt. Nach einer längeren Recherche konnte nun etwas Licht in die Sache gebracht werden. 

In den 70er Jahren wurden von politischer Seite vermehrt Auslandseinsätze an die Bundeswehr herangetragen. Schnell wurde klar, dass für die Unterstützung der Bodentruppen ein kleines, leichtes und möglichst kostengünstiges COIN Flugzeug benötigt wird. Eine schnelle Verfügbarkeit wurde von Seiten der Truppe gefordert, da schon Kontingente der Bundeswehr in Afrika bei UN-Einsätzen im Einsatz standen. Am Markt gab es zu diesem Zeitpunkt nur die von Cavalier / Piper in der Entwicklung stehende Pa-46 Enforcer, welche aber nicht die projektierten Leistungswerte erreichte. 

MBB bewarb sich mit einer umgebauten Version der P-51 Mustang an der Ausschreibung und wurde in Zusammenarbeit mit dem WTD61 in Manching ausgewählt, um ein geheimes Vor-Serienflugzeug entsprechend zu fertigen. Später sollten dann etwa 20 weitere Flugzeuge als Kleinserie gebaut werden. Durch einen äußerst glücklichen Umstand wurden in einer ehemaligen Lagerhalle der USAFE in Bielefeld vier zerlegte, in Containern gelagerte P-51 Zellen aufgefunden. Die Bundesvermögensverwaltung gab den seltenen Fund direkt an die Luftwaffe weiter.  Die nun MBB-51 „Stallion“ genannte Maschine wurde sofort in Angriff genommen. In den Flächen wurden eine neue Verkabelung, Aussenlastträger und die Tiptanks mit Benzinversorgung eingebaut. Das Fahrwerk wurde für Buschpisten entsprechend verstärkt. Als Triebwerke sollten von MTU und der Firma VintageV12 in Kalifornien modifizierte Motoren verbaut werden. Zusammen mit einer erhöhten Kühlleistung wurde der Turbolader der Mustang als ideal erachtet, um unter den Hot+High-Bedingungen  in Afrika genügend Leistung zu entwickeln. Basierend auf den Erfahrungen im Rennmotorenbau wurde ein Triebwerk von VintageV12 mit vergrößertem Kühler und einem gekürzten ehemaligen AD Skyraider Propeller aufgebaut und dann von MTU für den Einbau in die Zelle übernommen.

Das Triebwerk leistete auf dem Prüfstand 2400 PS und hielt die erhofften Leistungsdaten auch im Dauerbetrieb. Die hohe Leistung und die dadurch entstehenden Kreiselkräfte erforderten den Anbau von zwei Finnen auf dem Höhenruder, um die Stabilität um die Hochachse des Flugzeugs zu gewährleisten. Der Erstflug der „Stallion“ erfolgte am 26.03.1979 in Manching und war zur großen Erleichterung aller Beteiligten unproblematisch. Schon beim zweiten Flug konnte das Fahrwerk eingefahren werden und der Testpilot konnte die Maschine bei einer Flugzeit von 46 Minuten über einen großen Geschwindigkeitsbereich testen. Nach und nach wurden bei weiteren Flügen dann die Aussenlastträger und das Flugverhalten mit unterschiedlicher Bewaffnung getestet. Die Finnen wurden nochmals um 15% Fläche vergrößert, um die Stabilität weiter zu erhöhen. Bei einer der Zwischenlandungen auf einem Flugplatz in Süddeutschland entstanden die leider etwas unscharfen Fotografien. Ein genaues Datum hat sich leider nicht feststellen lassen.  Tatsächlich kam die MBB-51 in Afrika bei der Bundeswehr zu ersten Einsätzen. Betreiber wurde die JaboG-49 in Fürstenfeldbruck. Laut Zeitzeugen hielt die „Stallion“ durchaus die in sie gesetzten Erwartungen und erwies sich als robustes und effektives Waffensystem. Besonders die Fähigkeit, die eigenen Truppen nahe an der Feuerlinie zu unterstützen, erwies sich als vorteilhaft. Das Beschaffungsprogramm der MBB-51 wurde Anfang der 80er Jahre aus politischen Gründen gestrichen. Sämtliche Bauvorrichtungen und Pläne wurden vernichtet. Die restlichen Flugzeugzellen wurden an Interessenten in den USA verkauft. 


April, April ! Das ist natürlich alles frei erfunden und begann mit dem Weiterbau eines angefangenen P-51 Modells von Dennis Mathes. Unser leider viel zu früh verstorbener Freund wollte ursprünglich eine Cavalier Mustang aus dem 1:72 Italeri Bausatz bauen. Nun habe ich den Kit, wenn auch in etwas anderer Form, zu Ende gebaut. Ich denke Dennis hätte seine Freude daran gehabt. 

Viele Grüße
Jürgen Weller

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