Special HobbyWestland Whirlwind Mk I 1:32 

Original:
Die Whirlwind war Westlands Entwurf für die Air Ministry Ausschreibung F.37/35 welche erstmalig ein Jagdflugzeug mit einer reinen Kanonenbewaffnung forderte. Die Arbeiten an Westlands Entwurf begannen an dem als P.9 benannten Projekt begannen im Frühjahr 1936. Als Antrieb dienten die neu entwickelten 12-Zylindermotoren von Rolls Royce der Baureihe Peregrine mit einer Leistung von 885 PS in 4570m, welche eine geschätzte Höchstgeschwindigkeit von 565 km/h garantieren sollten. Im Frühjahr 1937 erhielt Westland den Zuschlag für den Bau zweier Prototypgen. Der Erstflug fand dann im Spätjahr 1938 statt. Das Projekt war aber ständig von Rückschlägen auf Grund des Antriebs, der Kühlung und auch aerodynamischen Problemen behaftet. Im Januar 1939 wurde der erste Prototyp von der Royal Air Force in Boscombe Down getestet in dessen Folge man auch auf die Installation von gegenläufigen Motoren verzichtete, da keine nennenswerten Nachteile bei gleichlaufenden Motoren feststellbar waren. Letztlich wurde eine Bestellung von 200 Maschinen von der RAF getätigt. Die erste Serienmaschine war ab May 1940 verfügbar und als erste Einheit erhielt die 25 Sqn zunächst drei Flugzeuge im Juni und Juli 1940 wurde aber dann als Beaufighter Mk. IF Staffel umgerüstet. Schon früh strich das Luftfahrtministerium die zweite Produktionsbestellung von 200 weiteren Flugzeugen und kürzte die erste Bestellung auf 114 Einheiten. Dies hatte einerseits seinen Grund in der begrenzten Verfügbarkeit der Peregrine Triebwerke aber auch darin, dass der Zelle der Whirlwind fehlende Entwicklungsmöglichkeiten bescheinigt wurden.

Als erste voll ausgerüstete Einsatzstaffel erhielt die 263 Sqn ihre Whirlwinds, wurde aber erst im Dezember 1940 auf Grund Lieferproblemen Einsatzbereit. Es folgte die137 Sqn, die ab Oktober 1941 einsatzbereit war. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich auch das Einsatzspektrum der Royal Air Force von einer vorwiegend defensiv geprägten Strategie hin zu operativen Aktionen gewandelt. Luftangriffe – viele in der Nacht geflogen – auf die kontinentale Küstenregion waren fortan Hauptaufgabe der Whirlwinds. Dies hatte zum einen Auswirkung auf die Tarnung, welche von den für Operationen über heimischem Boden optimierten Farben Dark Green/Dark Earth/Sky nun auch Ärmelkanalquerungen berücksichtigende Offensiv-Tarnung in Dark Green/Ocean Grey/Medium Sea Grey umstellte. Zum anderen wurden 67 der 114 gebauten Whirlwinds als Jagdbomber umgebaut.Insgesamt wies die Whirlwind sehr gute Leistungen auf und war auch bei den Piloten auf Grund ihrer guten Flugeigenschaften beliebt. Die zweimotorige Auslegung brachte zudem auch Sicherheit für den Fall eines Motorausfalles. Bis zum Ende 1943 rüsteten beide Staffeln wieder auf einmotorige Typen (Hurricane Mk IV und Typhoon Mk Ib) um. Eine Whirlwind verblieb noch bis war noch als G-AGOI bis Mai 1947 bei Westland als Werksflugzeug, wurde dann aber auch verschrottet. 

Das Modell:
Special Hobby überraschte die Bastlergemeinde durchaus mit der Ankündigung der Whirlwind im Maßstag 1/32. Obwohl es sich um eine Zweimot handelt ist das Modell nur geringfügig größer als einmotorige Maschinen. Der Bausatz ist gut deatilliert und versenkte Gravuren Standard. Kleinere Oberflächendetails dürften etwas betonter sein und müssen teilweise nachgearbeitet werden. Für das Cockpit sind sowohl Teile für eine sehr frühe als auch spätere Maschinen vorhanden. Allerdings weist dieser Bereich auch das größte Manko des Bausatzes auf, da die sehr betonten und sichtbaren Spanten und Stringer im Innenbereich nur angedeutet sind. Dies wurde von mir mittels Plastiksheet-Streifen behoben. Als zweite Unstimmigkeit fielen mir die etwas zu spitz zulaufenden Propellerblätter auf, welche ich mit gezogenem Gußast und Spachtel aufdoppelte.Vorsicht ist letztlich beim Einbau des Fahrwerkes geboten, da diese laut Bauanleitung sehr früh montiert wird, läuft man Gefahr es später zu Beschädigen. Ich entschied mich für einen Einbau kurz vor Fertigstellung des Modells, was sich aber recht kompliziert erwies. Trotz der filigranen Teile ist das fertige Fahrwerk ausreichend stabil. Obgleich ich mich für eine im Bausatz enthaltene Version entschied wich ich in zwei Punkten von dessen Vorlage ab:
1. Die Unterseite des rechten Höhenruders erhielt einen blauen Anstrich und nicht schwarz. Die Farbangebe schwarz ist offensichtlich Folge einer Fehlinterpretation eines Fotos, bei dem dieser Bereich durch den Schatten des Seitenleitwerks abgedunkelt wird. Die offizielle Lackieranweisung für diese Periode verlangte lediglich, dass die linke untere Tragfläche (und der Motorgondeln) schwarz lackiert werden sollte.

2. Für die restliche Unterseite des Modells verwendete ich nicht Sky Type S sondern BS 381 (1930) No 1 Sky Blue, wie es im On Target Profile „Britain Alone“ vorgeschlagen wird. Dieser Farbton ist eine der frühen Blautöne auf dem Weg zu Sky Type S und fand bei verschiedenen Flugzeugherstellern noch bis 1940 Verwendung, so vermutlich auch bei Westland, was letztlich aber je nach Publikation für diese Maschine aber auch unterschiedlich angegeben wird.
Zur Verwendung kamen Enamel Farben von Hubrol, Xtracolor und WEM. Das Modell wurde nach einer Grundierung in weiß, einem Vorlack in Alu und Vorschattierung in mehreren Lackiergängen mit Airbrush lackiert. Alle Kennungen wurden ebenfalls mit selbstgeschnittenen Schablonen lackiert, die Wartungshinweise und Seriennummer stammen vom Decalbogen von Special Hobby. 
Insgesamt verlief der Bau problemlos.

Euer Joachim Geier

2 Gedanken zu „Special HobbyWestland Whirlwind Mk I 1:32 

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