Gerhard Neumann Museum / „Starfighter Museum“ in Niederalteich

Gerhard Neumann Museum / „Starfighter Museum“ in Niederalteich

2009 fanden in Pfarrkirchen nahe Deggendorf die Landesmeisterschaften im Segelkunstflug statt, an denen ich teilnahm. Es regnete an ein paar Tagen und wir konnten nicht fliegen, so organisierten unsere Gastgeber einen Besuch in Josef Voggenreiters Gerhard Neumann Museum, eher als „Starfighter Museum“ bekannt.
Die F-104 gefiel mir schon immer, aber der Besuch im Museum ließ den Jet zu einem meiner Lieblingsflugzeuge werden, was sich auch in meiner Modellsammlung wiederspiegelt. 
Gerhard Neumann: Er war verantwortlicher Konstrukteur bei General Electric mit deutschen Wurzeln. Unter seiner Leitung entstand unter anderem das J79-Triebwerk, das die F-104 antreibt, sowie die F-4 Phantom. Auch die Triebwerke der legendären XB-70, entstanden unter Gerhard Neumann.
Josef hatte das Glück Gerhard Neumann persönlich zu treffen, damals steckte sein Museum noch in den Kinderschuhen. Nachdem dieser verstarb veranlasste seine Frau, dass Josef die fliegerischen Hinterlassenschaften ihres verstorbenen Mannes für sein Museum erhielt. Kostbare Exponate kamen so in Josefs Besitz und erinnern an Gerhard Neumanns erbrachte Leistungen und Erfolge in seinem Herkunftsland. Somit bildet Josefs Museum ein äußerst würdiges Denkmal für Gerhard Neumann.
Josef war bei der Luftwaffe Wart an der F-104. Seine Kontakte zum Militär und zur zivilen Luftfahrtbranche ermöglich(t)en ihm die Beschaffung zum Teil recht exotischer Exemplare. Mit dem Museum erfüllte sich Josef einen Traum, sicher nachvollziehbar für jeden Luftfahrtbegeisterten. 
Das Museum ist auch der Treffpunkt ehemaliger Starfighter-Piloten („Cactus-Staffel“), die sich einmal im Jahr dort einfinden. Hin und wieder finden interessante Vorträge statt. Da das alles – auch aus Platzgründen – im kleineren Kreis stattfindet, gestalten sich diese Events recht persönlich und unterhaltsam. 
Im Mittelpunkt steht natürlich der Starfighter: Zwei F-104G und eine TF-104G sind zu bestaunen. Eine F-104G größtenteils ohne Beplankung, damit man das Innenleben sehen kann.
Da ich ein Freund exotischer Entwürfe bin, entstanden so auch Modelle von geplanten Varianten der F-104 in 1:72, die nie umgesetzt wurden (Doppelrumpf, Höhenaufklärer, Senkrechtstarter, Kurzstart-Variante…). Diese baute ich dann nicht nur für die eigene Sammlung, sondern auch für das Museum. Dazu kamen noch ein paar andere Modelle, wie eine F-104G und eine TF-104G, die Josef in seinem Museum stehen hat und ein Eigenbau des MBB Lampyridae in 1:48 (deutsches Stealthfighter-Projekt), von dem Josef das bemannte 3:4 Windkanalmodell sein Eigen nennen kann.
Bei meinem Besuch am 2.10.2021 überraschte ich Josef mit einer CF-104D der STARFIGHTERS, mit der er vor ein paar Jahren mitfliegen konnte. Das Modell entstand aus dem Heller-Bausatz (1:72) und wurde mit speziell dafür gedruckten Decals von Tailormadedecals und Brent Air Decals versehen. 
Da das Museum in privater Hand ist, gibt es keine regulären Öffnungszeiten. Termine müssen nach Absprache vereinbart werden (siehe Museums-Webseite). So gibt es dann für die Besucher eine interessante und lebendig gestaltete Führung von Josef selbst. 
Einen kleinen Museumsshop gibt es auch, man will ja schließlich nicht mit leeren Händen nach Hause gehen… 

Videos, in denen ich die von mir gebauten Sonderversionen zeige:

Sehenswertes Interview mit Josef Voggenreiter:
https://youtu.be/fwlFH3kVNB4

Webseite des Museums:
https://www.f-104.de

Thomas Brückelt 

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