Zwanzig Personen waren wir, und mit den mitgebrachten Modellen wurde es eng, doch der Raum im Keller war frei, mit mehr Platz und besserer Beleuchtung, und so ließen wir uns gerne samt Modellen nach unten verlegen.
Das gemeinsame Aufschlagen in Bühl steht an (am 26. Oktober – be there!), aber nicht nur aus diesem Grund hatte Patrick einige Muster für unser Gruppenpoloshirt mitgebracht. Dunkelblau und in verschiedenen Größen, damit auch die richtige Anzahl X vor dem L steht. Was das Aufbringen des Schwobabaschdler-Logos betrifft, entschied sich die anwesende Truppe für einen Aufdruck anstatt einer Stickerei, da Sticken bei unserem detaillierten Logo technisch an seine Grenzen stößt und eventuell ein Nachdesign verlangen würde. Außerdem kostets weniger, und wir sind schließlich Schwobabaschdler.
Ebenfalls für Bühl ist unser Tiger-Gruppenbauprojekt gedacht: Tiger in jeder Form und mit jeder Art von Bezug. Nicht wenige Modelle wurden heute aus genau diesem Grunde gezeigt, und so stand neben Ralfs Präsentierteller auch ein Bluetooth-Lautsprecher, aus dem beim Aufstellen jedes Tiger-Modells „Eye of the Tiger“ erklang. Danke, Michael, für Idee und praktische Umsetzung!
Michael machte auch gleich den Anfang und präsentierte (MUSIK!) zwei F-16 in 1/72, die beide noch aus dem Nachlass unseres verstorbenen Kollegen Dennis stammen. Dennis, ein bekennender F-16-Aficionado, hatte beide schon angefangen und die Cockpits bestens fertiggestellt, und auch die Decals sind aus seinem Nachlass.
Die erste Maschine (eine A) in schwarz und gelb wurde von der belgischen Luftwaffe beim Tiger Meet 1998 gezeigt; die 31. Staffel ist bekannt für ihre Tigermuster. Der Bausatz stammt von Revell und ist, was Vielseitigkeit angeht, derzeit das Maß der Dinge; eine Vielzahl von Versionen kann gebaut werden, und es bleiben jede Menge Teile übrig. Als Besonderheit trägt die Maschine einen Radarreflektor an einer Flügelspitze. Die Decals stammen von Daco; eine Besonderheit ist, dass zuerst weiß grundiert wird, dann die Decals aufgebracht werden, dann mit den beiliegenden Masken über die Decals maskiert und zuletzt schwarz lackiert wird. Nervensache!
Die zweite Maschine (eine C) in Schwarz über Grau und Grau der Colorado ANG vom Tiger Meet of the Americas 2001 kommt aus dem älteren Bausatz der F-16A von Fujimi, der u.a. am Lufteinlass Probleme macht. Michael betätigte sich als Chirurg und nutzte nicht nur den Lufteinlass, sondern auch verschiedene anderen übrigen Teilen der Revell-F-16, um aus der Fujimi ein passenderes Ganzes zu frankensteinen. Die Decals mit den (einzeln aufzubringenden) Streifen stammen von TwoBobs.
Jürgen K. präsentierte gleich darauf (MUSIK!) die nächste Tiger-Maschine in 1/72, den blauen Bavarian Tiger von Revell. Der Bausatz selbst ist ausgezeichnet, bis auf die alte Achillesferse von Revell, die Kanzel… die wollte geschlossen nicht über die Kopfstütze passen, sodass der eigentlich hübsche Schleudersitz an der Unterseite Federn lassen musste, bis er niedrig genug war. Die Lackierung verlangte im Prinzip verschiedene, aber in der Praxis ununterscheidbare Grautöne, über die dann die blauen Decals aufgebracht wurden. Keineswegs der Pfad der Tränen, den man vermuten möchte!
In Fortsetzung seiner Serie „Fahrzeuge, die keiner kennt“ zeigte Jürgen dann auch noch einen deutschen Beute-T-34 „ZSU Flak 38“ in 1/72, der mit einer Vierlingsflak und einem improvisiert-geschweißten Turm ausgerüstet worden war. Der Bausatz ist ein echter Shortrun mit allen bekannten Eigenschaften und stammt von Military Wheels.
Begleitet wurde der T-34 von einem ebenfalls erbeuteten T-26, der – als Folge des dringenden Bedarfs an mobiler Panzerabwehr – mit einer deutschen 5-cm-PAK ausgerüstet worden war. Zum Glück hatte Jürgen auch eine in seinem Fundus! Als Kitbash aus Pegasus, UM und Plastic Soldier entstand eine (Luft holen) PaK 97/38 auf Pz. 749(r) T-26.
Als Nächster präsentierte Thomas B. (MUSIK!) seinen Beitrag zum Tigerprojekt – einen uralten Bausatz einer Alouette III von Fujimi in 148. Die Maschine, die (zivil in den USA zugelassen) in dieser Lackierung bis 2013 in Großbritannien flog. Die massiven Umbauten beinhalteten u.a. die Sitzanordnung (3, mit Pilot in der Mitte!), und auch Rotorkopf, Turbine, Heckrotor und Winkelgetriebegehäuse für den Heckrotor wurden neu erstellt. Wie bei Thomas gewohnt, ist die gesamte Lackierung mit dem Pinsel erstellt, kein Airbrushing.
Jürgen W. zeigte (MUSIK!) eine Harrier AV-8B Harrier II Plus in 1/72 des USMC mit Tigerlackierung aus dem Jahr 2011 am Seitenleitwerk. Der Bausatz von Revell (ursprünglich Hasegawa) passte im Prinzip sehr gut, Hasegawa eben, aber am Rumpf-Flügel-Übergang gab es eine hässliche Stufe; von der war nach Jürgens Bearbeitung natürlich nichts mehr zu sehen. Dabei wurden auch gleich die LEX (Verlängerungen an der Flügelwurzel) dazugescratcht. Zur Korrektur der Nase diente ein Phantom-Zusatztank. Als ein Pfad der Tränen erwiesen sich die Sprengdrähte in der Kanzel; das gut gemeinte Decal passte nicht zur Gravur, sodass Handarbeit gefragt war… nach verschiedenen erfolglosen Versuchen führte ein feiner Pinsel schließlich mit Hartnäckigkeit zum Erfolg. Die Flare-Werfer am Heck wurden aus Ätzteilen von Brengun mit Plastik und Wachsspachtel selbstgestrickt. Die ausgezeichneten Decals von Xtradecal stammen wiederum aus Dennis‘ Nachlass.
Dazu präsentierte Jürgen noch zwei Varianten der Douglas Skyknight von Sword in 1/72. Ursprünglich als Nachtjäger entworfen und als F-3D (in Glossy Sea Blue) im Koreakrieg eingesetzt, war die Skyknight aufgrund ihres Platzangebots sogar noch im Vietnamkrieg im Einsatz, hier als Flugzeug für elektronische Kampfführung EF-10B in US Navy Weiß & Grau. Der Bausatz von Sword ist hübsch, aber eben ein Shortrun, mit allem was an Schweiß und Mühe dazugehört, unter anderem schwierigen Glasteilen; bei einem der Bausätze musste tatsächlich eine Vakuhaube von Falcon einspringen, dafür konnte Jürgen den Einstieg von oben in die Maschine demonstrieren. Die Bases sind für landbasierte Maschinen, was bei der Skyknight durchaus gängig war.
Thomas R. hatte einiges an Fahrzeugen in 1/72 zu zeigen.
Den Anfang machte (MUSIK!) ein M46 Patton von Pegasus mit einer spektakulären Tigerbemalung aus dem Koreakrieg, die nur zum Teil aus Decals besteht. Die Geschützblende wurde wie im Original improvisiert (hier aus Papier und Leim), das Gelb mit der Airbrush aufgebracht, das Weiß gepinselt und das Schwarz mit AK-Fineliner gemalt. Die Ketten machten ordentlich Ärger, aber wer sich zu helfen weiß, versteckt unter der Kettenblende, was nicht zu sehen sein soll!
Transportfahrzeuge in allen Schattierungen haben es Thomas offensichtlich angetan, und so bekamen wir gleich drei verschiedene in 1/72 zu sehen. Ein Opel Blitz Maultier aus dem Doppelbausatz von Plastic Soldier erhielt Ladegut von Black Dog und eine handgemalte Tarnung.
Mehr Modifikationen musste sich der Mercedes L3000 aus dem selben Bausatz gefallen lassen: da Thomas der Aufbau nicht gefiel, ersetzte er ihn kurzerhand durch einen Kasten aus einem Bausatz von Italeri und baute einen praktischen Alkoven, wie sie heutzutage bei Campern beliebt sind. Tanks, Leiter und Ersatzreifen wurden dazugebaut; getarnt wurde das Fahrzeug mit einer Mischung aus Airbrush und Handarbeit.
Ein Opel Blitz, ebenfalls von Plastic Soldier, wurde mit Hilfe eines Verdecks von Black Dog zum Sanifahrzeug umgebaut. Einem Foto eines anderen Fahrzeugs aus der Landeoperation bei Marseille abgeguckt, hat Thomas die Windschutzscheibe durch rostfarbiges Baustahlgitter ersetzt. Die Tarnung wurde voll mit der Airbrush erstellt.
Ralf hat endlich eine Methode gefunden, sein Uboot vom Typ IX in 1/72 gefahrlos zu transportieren, und so brachte er es diesmal mit. Viel Arbeit steckt in dem Modell, allein die Flutschlitze alle zu öffnen und die korrekten Streben anzubringen, hat viel Zeit und vielleicht auch das eine oder andere böse Wort gekostet.😊 Die Verladung des Torpedos in den Bugtorpedoraum wurde durch einen Zurüstsatz von CMK dargestellt, und auch hier wurde nochmal der Torpedo gegen ein besseres Modell ausgetauscht. Die Figuren sind eine Sammlung aus CMK, Revell und Germania. U 67 wurde deshalb gewählt, weil der Turm in zwei Farben getarnt war; ein Grauton mehr bei einem Modell, dem ansonsten bei der Größe leicht die Variation ausgehen kann. Die Verspannung hat er mit (doch nicht so) unsichtbarem Nähgarn hergestellt. Mit Verwitterung hat sich Ralf dezent zurückgehalten und so den Eindruck eines Rosthaufens vermieden, den man leider oft genug zu sehen bekommt.
Markus M. hatte eine Bf 109F von Hasegawa mitgebracht – den wunderbaren Bausatz in 1/32. Die Ausführung ist eine der bekanntesten 109s überhaupt: die Gelbe 14 von Hans-Joachim Marseille. Der durfte auch gleich im Cockpit Platz nehmen, weil Hasegawa dem Sitz keine Gurte spendiert hat. Um das problematische Wüstengelb RLM 79 herzustellen, hat Markus das Standard-Sandgelb von Tamiya so lange übernebelt, bis der Farbton fürs Auge stimmte; das Unterseiten-Blau von Mission Models hingegen passte wie die Faust aufs Auge! Wie bei seinen Modellen üblich, hat Markus durch Übernebelung, Verdunkelung und Aufhellung die eigentlich gleichförmige Oberfläche in eine realistische In-sich-Variabilität(@HR) verwandelt.
Uli hatte schon kürzlich eine Staggerwing gezeigt, und sich offensichtlich verliebt, denn diesmal hatte er gleich zwei mit dabei. Der Bausatz stammt von AZ Models, die Formen sind aber von Sword. Uli hatte es die rot-weiße Maschine der kanadischen Fluggesellschaft Pacific Western angetan, was auch den Vorteil hatte, dass das nicht unproblematische Fahrwerk durch Schwimmer zu ersetzen war. Aus der Box bauen gibts nicht, also ersetzte Uli die Kanzel durch eine selbstgemachte einteilige und spendierte den Schwimmern Wasserruder mit Steuerung. Die Schwimmer wurden mit Uschi-Garn (elastisch) verspannt, die Flügel nach Ulis Lieblingsmethode (Durchbohren) mit unsichtbarem Nähgarn. Die Decals erwiesen sich leider als faltfreudig, und die weißen Streifen einer Seite verabschiedeten sich… was zwingend die Anschaffung eines weiteren Bausatzes erforderte! Und so hat Uli eine dritte Staggerwing gebaut, diesmal in der Schwimmervariante der USAAF, stationiert in Langley Field. Die Cheatlines an den Schwimmern wurden ohne Decal lackiert; das Logo an der Rumpfseite zeigte einmal in die falsche Richtung, aber mit einem (fast) unbemerkbaren Trick passt die Richtung wieder. 😊
Meine Wenigkeit (Harald) hatte eine S-75 Dvina (NATO: SA-2 Guideline) in 1/72 dabei, die Geißel der US-Piloten im Vietnamkrieg. Der wunderbare Bausatz von HobbyBoss war schon der zweite – erstanden als notwendige Lösung aufgrund der zahlreichen dünnen, aber falt- und bruchfreudigen Decals des Bausatzes. Was sein muss, muss sein, bei Staggerwings und Guidelines! In Vietnam gab es zum Glück genug Geräte, die sich ganz ohne Aufschriften auf freihand improvisierte Tarnung beschränkten, und so konnten die Decals auf der alten und die Tarnung auf der neuen Luftabwehrrakete angebracht werden. Zum Bausatz gibt es absolut nichts Negatives zu sagen, selbst die Schienen der Abschussrampe passen in die Aussparungen an der Rakete – ein Gedicht in spitz und flossig!
Moritz verwirrte uns (ok: mich) mit Figuren aus verschiedenen Spielsystemen von Games Workshop. Das Weiß und Rot des Terminator aus Warhammer 40k mit den riesigen Schulterpanzern und des Apothecary (Mechaniker und Wundversorger) haben nichts mit der Berufswahl zu tun, es sind einfach die Farben des Chapters. Seit Neuestem arbeitet Moritz auch mit der Airbrush, und die leistete ihm bei den großen Flächen in Weiß gute Dienste; alles andere wurde wie bisher mit dem Pinsel gemalt. Die Base des Terminators wurde mit selbst designtem und gedrucktem Bambus verschönert.
Die Skelettkrieger aus dem Universum von Warhammer: Age of Sigmar sind diesmal mit Farben von Army Painter entstanden; das Weißgelb mit verschiedenen Braun- und Rottönen passte genau zum Thema. Die Metalltöne entstanden mit je nach Material angemischten Vallejo-Metallfarben.
Im gleichen Maßstab hat Moritz auch einen Lebenden Stalagmiten und einen Pilz mit Rauchwolke erstellt… dem Uneingeweihten erschließt sich nicht die Funktion im Spiel, aber die Malkunst weiß man zu schätzen.
Als maßstabmäßiger Ausreißer der Gruppe ist der scheinbar etwas kleinere Herr in Blau tatsächlich nicht so klein – er entstammt dem Spielsystem Legions Imperialis und ist im Maßstab 1/280. Davon gibts noch mehr!
Der Planwagen-Mech entstand aus dem Bausatz eines Planwagen, der einen Antrieb aus einem Mech aus dem Gundam-Universum mit Beinen aus Zungenspachteln ausgestattet wurde. Der Antrieb wurde einem Mech aus dem Gundam-Universum entnommen und die Plane vor dem Wüsteneinsatz ordentlich geflickt. Gitarrensaiten sorgen für die Übertragung der Antriebskräfte. Die Base entstand aus Baustyropor, Sand und Holzleim mit ordentlich Schotter und viel Malkunst.
Markus machte den Abschluss mit einer Reihe von Figuren aus Film, Fernsehen, Musik und lokaler Autoindustrie, so auch zwei Modelle von Designern mit Modellen ihrer Designs: Ferdinand „Butzi“ Porsche mit dem 911 und Ferdinand Senior mit dem 356. Die anderen Figuren sieht man sich an und weiß, woher sie kommen… heutzutage wird man vielleicht verklagt, wenn man in einem Bericht die copyrightgeschützten Namen erwähnt! 😉
Harald Rotter









































