Orličan VSO-10B & C Gradient von KP in 1:72

Von Kovozavody Prostejkov gibt es den Bausatz des tschechoslowakischen Segelflugzeugs VSO-10 in den zwei Varianten B und C. 1976 war der Erstflug, 1978 lief die Serienproduktion an. Es wurden insgesamt 221 Gradienten bis 1989 gebaut. Besonderheit an dem Segelflugzeug ist seine Gemischtbauweise: Der vordere Rumpfteil besteht aus GFK und beinhaltet einen Stahlrohrrahmen, hinter der Endleiste ist der Rumpf aus Aluminium. Die Tragflächen bestehen aus Holz und die Ruder sind bespannte Aluminiumgerippe. Sinn der Gemischtbauweise war es möglichst günstige Fertigungsverfahren für die jeweiligen Bereiche des Flugzeugs zu nutzen. Die „B“ hat ein Einziehfahrwerk, die „C“ ein aerodynamisch verkleidetes, starres Fahrwerk. Das Flugzeug wurde auch Vosa (Wespe) genannt.  

Beide Bausätze erlauben den Bau der B- und der C-Version. Die Spritzgussteile der beiden Bausatzvarianten sind identisch, sie unterscheiden sich lediglich in der Anleitung und in den Decals. Die Ruderspalte sind fein und sauber dargestellt, allerdings muss viel Grat entfernt werden. Der Instrumentenpilz hat ringsherum Einfallstellen. Die Haube ist zwar klar gespritzt, verzerrt aber den Blick ins Innere. Außerdem ist die Teilung der Haube auf dem Klarsichtteil nicht dargestellt. Ein typischer Shortrun-Kit, der etwas Nacharbeit erfordert.

Ich wollte die B-Verison fliegend darstellen, die C-Version am Boden stehend. So baute ich für die „B“ einen älteren Herrn mit Spazierstock (H0-Figur) zum Segelflieger um. Nach Anpassung der Körperhaltung bekam er noch einen Rettungsschirm auf den Rücken geklebt. Bei der C-Version ergänzte ich die Gurte aus Alufolie. Sämtliche Bedienelemente und die Mikrofone entstanden aus gezogenen Gießästen. Auch die Seitenruderpedale ergänzte ich, da man gut in den vorderen Bereich des Cockpits einsehen kann. Steuerknüppel liegen bei. Meiner umgebauten Figur klebte ich jedoch einen selbst erstellten an, desweiteren kamen an die Steuerknüppel noch die Griffe der Radbremse.

Die fliegende Wespe erhielt noch einen massiven Klotz aus Polystyrol im Rumpf, damit genug Volumen für die Bohrung zur Aufnahme des Displaystabs vorhanden ist.

Um die Instrumente auf den mit Spachtelmasse begradigten Instrumentenpilzen darzustellen, druckte ich ein passendes Bild, welches ich im Internet fand, auf transparente Decalfolie aus und brachte es an, nachdem ich die Flächen vorher weiß lackiert hatte.

Aus einer Haube baute ich eine Tiefziehform, indem ich diese auf ein Stück Holz klebte und vollflächig etwas abschliff, um die Stärke des Tiefziehmaterials zu kompensieren. Eine Schicht glänzendes Schwarz sorgte zusätzlich für eine glatte Oberfläche. Zum Tiefziehen nutzte ich transparenten Kunststoff, den ich aus einer Blisterverpackung herausschnitt.

Um den Fahrwerkschacht der „B“ zu schließen setzte ich einen angepassten Kunststoffklotz ein und gravierte die Fahrwerksklappen ein. Den Klotz setzte ich auch bei „C“ ein, damit mehr Klebefläche für das starre Fahrwerk entsteht.

Die Positionen der Tragflächen mussten auch etwas nachkorrigiert werden, die wollen nicht wirklich spiegelbildlich sitzen.

Lackiert wurde mit dem Pinsel und Emailfarben von Revell. 

Damit sich die Modelle farblich unterscheiden, sollte die etwas moderner und mit blauen Verzierungen designte OK-2500 aus der „B“ werden, und die „C“ den Standard-Anstrich mit den roten Markierungen erhalten. Ich entschied mich für die slowenische OM-0507, da ich bisher noch kein slowenisches Flugzeug in meiner Sammlung hatte.

Der Decalbogen der B-Variante ist leider kaum zu gebrauchen. Die in grau gedruckten Beschriftungen haben fast alle einen ungewollten Farbverlauf und dazu ist der Druck dermaßen zu den Trägern versetzt, dass er teilweise neben diesen landete (lediglich die OK-600 ließe sich mit dem Bogen darstellen). Die Kennungen zeichnete und druckte ich erneut aus. Dazu zeichnete ich die Ruderspalte ebenfalls nach und druckte sie auf transparente Folie. Dazu auch die abgedeckten Bugkupplungen und die beiden kleinen, dreieckigen Strukturen (ich vermute Befestigungspunkte für den Rumpfwagen) hinter der Haube. Als ich die blauen Zierlinien vom Bogen anbringen wollte, brach mir gleich das erste Decal auseinander. So druckte ich mir die Linien hinten am Seitenleitwerk erneut und strich alle verbliebenen Decals, die ich noch vom mitgelieferten Bogen benötigte, mit Liquid Decal Film ein. Damit war es dann kein Problem sie zu verwenden. Der Decalbogen der C-Version war vollkommen in Ordnung.

Nach dem Anbringen der Decals erhielten die beiden Modelle die Antennen (gezogener Gießast) auf dem Rumpf und die TEK-Düsen (gebogener Kupferdraht) am Leitwerk. Zum Schluss wurden sie erst mit glänzendem und dann mit seidenmatten Klarlack versiegelt (Sprühlack von Mr. Hobby). 

Frohes Baschdlä!

Thomas Brückelt

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