2x Berlin B9 von Airmodel Products in 1:72

Ende 2025 brachte Matthias Simon von Airmodel Products den neu überarbeiteten Resinbausatz des Versuchsflugzeugs Berlin B9 heraus. Damit sollten von der FFG (Flugtechnische Fachgruppe, heute Akaflieg) Berlin hohe g-Lasten in liegender Position erflogen werden. Erreicht wurden lediglich 8,5g, da das Flugzeug nie die geplanten Verstellpropeller erhielt und somit konnte es keine höheren Geschwindigkeiten aufbauen. Rechnerisch sollte das Flugzeug 25g aushalten. Weitere Infos findet man hier:

B9

Beim Bau des Originals mit der Kennung D-ECAY kam noch die Idee auf, eine etwas flotter aussehende, fiktive Turbinenvariante zu bauen: Die Berlin B9 STW (=Strahltriebwerk).

Der Bausatz ist sehr sauber ausgeführt. Es liegen Decals und Masken für die Cockpitverglasung bei. Da keine Bilder vom Cockpit des Originals existieren, kann man sich hier, was die Detaillierung angeht, selbst austoben. Ein paar Kleinteile liegen bei. Von Matthias erhielt ich einen liegenden Piloten, der jedoch nicht zum Umfang des Bausatzes gehört.  

Um die zweiteilige Cockpitverglasung zu verkleben, braucht es etwas Fingerspitzengefühl. Ich habe mir flach geschliffene Gießäste von innen her an die Klebekanten überlappend geklebt. So hatte ich eine Positionierungshilfe.  

Leider ging beim Versuch in die vordere Verglasung Instrumente einzukleben das Teil zu Bruch. Mir sprang mein mit Sekundenkleber Gel bestrichener Instrumentenhalter aus der Pinzette und versaute das dünnwandige Klarsichtteil. Beim Versuch es zu polieren riss es ein. Ich habe das beschädigte Teil dann zum Bau einer Tiefziehform genutzt, indem ich es mit Harz füllte. Nachdem das Harz getrocknet war, zog ich das Originalteil ab, schliff den Bereich, der beschädigt war in Form und zog eine neue Haube darüber.  

Für die Jetvariante konstruierte ich eine neue Haubenform zum Tiefziehen. Eine verrundete und langgezogene Haube lässt das Ganze etwas flotter wirken. Auch der mittlere Teil der Triebwerksgondeln entstand mit dem 3D-Drucker. Intakes und Düsen nutzte ich von resingedruckten Impellern, von meinem Arbeits- und Modellflugkollegen Dominik, der mir diese in ausreichender Stückzahl für meinen Turbo-Habicht ( https://www.schwobabaschdler.de/2026/02/turbo-habicht-fiktives-rc-modell-eigene-kreation-in-118/ ) druckte. Mit Spachtelmasse und Schleifarbeit wurden die Übergänge angeglichen.

Ich nutzte größtenteils die selbe, liegende Pilotenfigur, verpasste dieser aber einen neuen Kopf und einen neuen rechten Arm, der mehr an den Körper herangezogen ist.

Um die vorne entstandene, größere Dämpfungsfläche zu kompensieren, vergrößerte ich die im hinteren Bereich mit einem Jet (dreieckige Fläche) vor dem Seitenleitwerk, damit das Flugzeug nicht instabil um die Hochachse wird. 

Da das Fahrwerk nun nicht wie beim Original in den Motorgondeln Platz findet, muss es in die Tragflächen einfahren. Auch das Spornrad sollte einziehbar sein. Die Fahrwerksklappen stellte ich mit selbst gedruckten Decals dar. 

Bei der am Boden stehenden Original-B9 ergänzte ich die Bremsleitungen an den Fahrwerksbeinen, die ich mit dünnem Kupferdraht nachbildete.

Der fiktiven „STW“-Variante baute ich ein Display aus einer blau/transluzenten Acrylglasplatte und einem Acrylglasstab mit 2mm Durchmesser.

Da ich das Modell der NVA zuordnete, erhielt es noch zwei UB-16 Raketenbehälter aus einem Waffen-Set von Dragon. Es hätte ja sein können, dass man Überreste des Originals auf dem Gebiet der DDR wieder gefunden und dann dieses Gerät daraus entwickelt hätte…. 

Lackiert wurden beide Modelle mit dem Pinsel und Farben von Humbrol und Revell. Versiegelt habe ich mit Klarlacken und Mr Hobby. Beide Modelle erhielten ein leichtes Washing mit Schwamm und Pinsel. Die Ruderspalte hob ich mit einem schwarzen Holzstift hervor.

Die Decals aus dem Airmodel-Bausatz sind nicht gestanzt und müssen daher einzeln ausgeschnitten werden. Dem Banner auf dem Seitenleitwerk fehlt es etwas an Deckkraft, hier wäre es ratsam, vorher mit Weiß zu grundieren. Da ich zwei Bausätze hatte, brachte ich zwei Decals übereinander an. Die Decals für die B9 STW hatte ich von anderen Bausätzen übrig.

Frohes Baschdlä!

Thomas Brückelt  

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