Inspiriert durch das Red Bull Air Race, kam ich vor einiger Zeit auf die Idee, ein Rennen für entsprechend angepasste Gleiter darzustellen. Vielleicht baut es ja irgendwann mal jemand in 1:1 nach, das wäre sicher eine spaßige Sache!
Für das Rennen werden die Gleiter über einen Berg geschleppt, dann geht es nach dem Ausklinken über die Startlinie und die Renngleiter folgen einer markierten Strecke im Konturenflug, bis sie im Tal angekommen sind, wo sie dann auf einem Fluggelände landen. Dabei wird die Zeit jedes einzelnen Renngleiters gestoppt.
Als Basis kamen die Bausätze der Kampfsegler Blohm & Voss BV 40 und Messerschmitt Me P.1103/III, sowie der Stummelhabicht in der Ausführung G, mit 6 m Spannweite, auf den Basteltisch. Herzlichen Dank an Matthias Simon von Airmodel Products an dieser Stelle, er überließ mir den Doppelbausatz des BV 40 mit dem Stummelhabicht von Warlord. Die Me P.1103/III ist ein Resinbausatz von Bird Models.
Als Renngleiter erhielten die Geräte natürlich neue Namen: Der BV 40 wurde zu „The Brick“ (passend zu seiner nicht vorhandenen Gleitleistung), die Me P.1103 zur „Messerflitz 1103“ und der Habicht G zum „Habicht RV“ (RennVersion).
Alle drei Modelle erhielten mehr oder weniger starke Modifikationen. Die Cockpits bekamen alle eine angepasste Figur, die einen Steuerknüppel und einen Bremsklappenhebel in den Händen hält. Die Kufen wurden durch Radfahrwerke ersetzt.
Wirksame Bremsen sind hier wichtig, da vor Abfangbögen oder engeren Kurven effektiv Geschwindigkeit abgebaut werden muss. So erhielt „The Brick“ relativ große Störklappen, zur Änderung des Leitwerks und der Tragflächengeometrie, auch erhielt er eine neue Cockpitverglasung, die mehr Sicht und weniger Luftwiderstand bietet. Die „Messerflitz 1103“ bekam Luftbremsen in den Rumpf eingearbeitet, weiterhin schliff ich den unteren Rumpf rund, verpasste ihr durch Abschleifen eine schlankere Nase, vergrößerte die Spannweite um einen Zentimeter und verbaute auch hier ein größeres Leitwerk aus der Ersatzteilkiste. Der „Habicht RV“ erhielt nur geringfügige Änderungen: Die zu flache Nase aus dem Warlordbausatz wurde korrigiert und zum Bremsen verpasste ich ihm Spreizklappen an den äußeren Querrudern. Eine geschlossene Rennhaube kam noch darauf, die Form dazu fertigte ich bereits für meinen Turbo-Habicht ( https://www.schwobabaschdler.de/2026/02/turbo-habicht-fiktives-rc-modell-eigene-kreation-in-118/ ) an.
Lackiert wurden die drei Renngleiter mit Email-Farben von Revell und dem Pinsel. Die Verzierungen an der Messerflitz 1103 und am Habicht RV druckte ich auf Decalfolie. The Brick wurde komplett lackiert, lediglich die Kennungen stammen vom Decalbogen meines L-33 Solo von KP ( https://www.schwobabaschdler.de/2025/06/let-l-33-solo-von-kp-in-172/ ). Mit seidenmattem Klarlack von Tamiya aus der Spraydose versiegelte ich die Modelle.
Neuland war für mich die Landschaftsgestaltung des Hangs. Der Grundkörper besteht aus einem zurecht geschnittenen Styroporklotz. Oben bekam er eine Glasfasermatte auflaminiert, die Wände verkleidete ich mit Kunststoffplatten und am Boden klebte ich eine Holzplatte an.
Auf das GFK wurde eine dicke Schicht Polyesterspachtel aufgetragen, in die ich Steine hineindrückte, die ich bei einem Spaziergang in der Mittagspause sammelte. Der Hang sollte zur farblichen Auflockerung etwas Moosbewuchs bekommen. Auf die Stellen trug ich „Ponal Fix & Fest“ auf, da der Leim eine Konsistenz hat, die Modelliermasse sehr ähnelt. In die mit Leim bestrichenen Flächen ließ sich dann mit einem Schwamm eine passende Struktur hinein drücken.
Nachdem mit Grautönen erst einmal alles lackiert wurde (erst eine graue Grundierung aus der Spraydose, danach Hervorheben der steinigen Strukturen mit Washing, Trockemalen und Tupfen), tupfte ich die Bereiche des Moosbewuchses mit Nato-Oliv, danach noch mit einem helleren Grünton. Die Leitpfosten, die die Rennstrecke markieren, entstanden aus Bowdenzugröhrchen. Oben brachte ich kleine Windfahnen aus Alufolie an. Auch versenkte ich Bowndenzugrohrstücke in dem Styroporklotz, die dann die Renngleiter-Modelle mit je einem eingesteckten Federstahldraht aufnehmen. Auf einer Seite brachte ich noch eine Plakette mit der Beschriftung „Hanggleiter Rennen“ und der Seitenansicht des Habicht RV an. Eine mit schwarz bedruckte Decalfolie landete dafür auf einer silbern gespritzten Kunststoffplatte. Diese klebte ich auf, die vier Schrauben in den Ecken sollen das Ganze etwas technischer wirken lassen. Der Hang wurde komplett mit mattem Klarlack versiegelt. Zum Schluss klebte ich noch einige Grasbüschel von AK-Interactive auf.
Da das Hanggleiter Rennen einen festen Platz an der Wand bekam, ließ ich in einem Copy & Print-Shop noch den Screenshot aus einem Flugsimulator mit passender Gebirgslandschaft drucken (50 cm Breite), und klebte das Bild dann auf eine Pressspanplatte auf. Das Ganze lässt sich sowohl mit als auch ohne Hintergrund von der Wand nehmen.
Frohes Baschdlä!
Thomas Brückelt




























