Akaflieg Stuttgart fs17 „Akrobat“, Eigenbau in 1:48

Bei der Recherche zum Bau meiner B9 ( https://www.schwobabaschdler.de/2026/06/2x-berlin-b9-von-airmodel-products-in-172/ ) stieß ich auf das Versuchssegelflugzeug fs17 der Akaflieg Stuttgart. Die Versuche mit liegendem Piloten nahmen mit diesem Projekt bei den Stuttgarter Akademikern ihren Anfang. Später wurde es der FFS / Akaflieg Berlin übertragen, weshalb ist unbekannt. Dort wurden die Versuche zur Einwirkung hoher g-Lasten auf einen liegenden Piloten mit der zweimotorigen B9 fortgeführt. Der Erstflug der fs17 fand im März 1938 statt. Weitere Infos zum Original finden sich hier:

Querruder fast über die komplette, recht kompakte Spannweite von 10 m und eine Auslegung für 14g: Da kam mir gleich der Gedanke dieses Gerät als fiktiven Kunstflugsegler zu bauen.

Es existieren nur wenige Originalbilder und keinerlei Zeichnungen, was mir die Akaflieg Stuttgart auch bestätigte. Man schickte mir dankenswerterweise noch 2 PDFs, mit interessanten Informationen, aber genauere Vorlagen zum Aussehen des kleinen Versuchsseglers lieferten diese letzten Endes auch nicht. Ein Bild eines flugfähigen Modells der damaligen „Akaflieger“ war noch dabei, das ganz gut die Tiefe von Tragfläche und Höhenleitwerk zeigte und den recht kurzen Abstand dazwischen. 

So rekonstruierte ich die fs17 am CAD-System, indem ich zu den bekannten Grundabmaßen die Geometreien zueinander ins Verhältnis setzte und reimte mir den Rest – vor allem den Cockpitausbau – selbst zusammen. Die Teile für das Modell und die Tiefziehform der Haube entstanden mit Hilfe meines Filamentdruckers aus PLA. 

Mit Sprühfüller und Schleifarbeit glättete ich die Oberflächen der gedruckten Teile vor dem Zusammenbau.

Kleinteile, für die meinen Drucker zu grob waren, entstanden in guter, alter Modellbaumanier. 

Im Cockpit landete eine Figur von CRM, die entsprechend umgestaltet und mit einem Rettungsfallschirm versehen wurde. Die Gurte fertigte ich aus Alufolie an.

Einen Steuerknüppel für Höhen- und Querruder samt Gestänge hält die Figur in der rechten Hand, in der Linken den Hebel für die Luftbremse, die sich laut Beschreibung am Heck befand. Mit ziemlicher Sicherheit handelte es sich dabei um eine Spreizklappe unterhalb des Seitenruders. Auf einem Bild von unten erkennt man an dieser Stelle entlang der Längsachse einen Spalt hinter dem Schleifsporn. Die Seitenruderpedale deutete ich im 3D-Druck an der Rückwand des Cockpits an, von denen sieht man jedoch nichts mehr am fertigen Modell.

Im Cockpit platzierte ich noch vier Instrumente und den Ausklinkgriff für die Bugkupplung.

Wie immer bei mir, erhielt das Modell eine Pinsellackierung mit Email-Farben von Humbrol und Revell. Die Grundfarbe ist eine Mischung aus Weiß und ein wenig Sandbraun. Die Beschriftungen und Verzierungen druckte ich auf transparente Decalfolie. Die dunkelgrünen Flächen wurden überlackiert, sodass der Druck auf dem Decal nur noch die geraden und scharfen Kanten bildet.

Außen findet man nur wenig Details auf den Originalbildern. Die Anlenkungen der Ruder schienen innen zu liegen. Die Randbogenschutzbügel bog ich aus einem dünnen Draht, das Venturirohr auf der Tiefziehhaube sowie die Höhenleitwerksabstrebung und die Peilstäbe, die dem Kunstflieger die Winkel zum Horizont besser abschätzen lassen, an den Tragflächen fertigte ich aus gezogenen Gießästen an.

Versiegelt wurde mit seidenmattem Sprühlack von Tamiya.

Ein Segelflugzeug als Tiefdecker ausgelegt und mit Liegecockpit ist definitiv eine Erscheinung, die aus der Reihe tanzt. Somit trägt die fs17 im Kunstflug-Look in meiner Sammlung ganz gut zur Abwechslung bei.

Frohes Baschdlä!

Thomas Brückelt

Ein Gedanke zu „Akaflieg Stuttgart fs17 „Akrobat“, Eigenbau in 1:48

  1. Eine tolle Leistung, aus einer Idee mit Hilfe von Bildern, CAD, 3D-Drucker etc solche eine Rarität zu erstellen. Hut ab Viele Grüße Jürgen K

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert