Lockheed Super Constellation L-1049G, Überholung der Überholung

Endlich fertig – hier meine Super Constellation L-1049G   3.0  🙂

1.0 – Bau war ca. Ende der siebziger Jahre aus dem Revell-Bausatz, der noch „Revell Pat. 1956“ aufgedruckt hatte (das war ja damals gerade gut 20 Jahre her 🙂 ).
Es waren fette Nieten abzuschleifen und es gab damals nicht mal eine Cockpitverglasung, nur Streben.  Aber die Fowlerflaps hatte ich schon ausgesägt und in teilweise ausgefahrenem Zustand wieder montiert.

2.0 – Überholung war ca. Anfang der 90er-Jahre : Es wurde aus einem damals erworbenen zweiten Bausatz (gleicher Inhalt, anderes Kartonbild, das eher einen Starliner zeigt), eine Tiefziehform für die Cockpitverglasung erstellt und montiert. Es gab damals kaum bzw. keine Recherchemöglichkeiten wie z.B. Internet.

Nach Auftauchen von entspr. Bildmaterial störten mich dann immer wenn ich an dem Modell vorbeikam, die falschfarbigen Abziehbilder mit falschen Fensterpositionen (die ich mangels Vorbildfotos wahrscheinlich irgendwie selbst zu verantworten hatte) und auch ein paar sonstige gravierende Fehler im Motorenbereich.

Obwohl: In diesem Video tauchen ab min. 0:37 diese „falschen“ Farben auf!? :

https://www.youtube.com/watch?v=DjXDWhYz9UU

Was es damit auf sich hat – wirklich keine Ahnung. Gab es tatsächlich einzelne solche türkis-hellblauen Bemalungen in der Anfangszeit der Lufthansa oder ist es ein verblasster Technicolor-Streifen? Sehr schade übrigens, daß der Starliner von LH nicht fertiggestellt wird, wäre schon ein „Star“ am Himmel gewesen! Wenn man auch bedenkt wie weit man schon war und welcher Aufwand schon betrieben wurde, z.B.: 

Auf jeden Fall zeigen alle jetzt verfügbaren Bilder die LH-Super-Connies in dunklem Blau. Eigentlich wollte ich jetzt einen von den neuen, anscheinend mittlerweile wesentlich besseren Bausätzen oder wenigstens den neuen besseren Decal-Bogen kaufen, aber Fehlanzeige, nichts dergleichen am Markt,  daher entschloss ich mich für:

3.0, die hoffentlich finale Überarbeitung meiner Conny:

Erst probierte ich die alten Abziehbilder mittels aufgeklebtem Tape abzuziehen:
Keine Chance, die hielten mittlerweile besser wie lackiert! Deshalb habe ich die alten Abziehbilder mit weiß übermalt für einen guten Untergrund, da selbstgedruckte zum Einsatz kommen sollten, die ja nicht ganz so gut decken. Die Bögen zum Selberdrucken hatte mir Thomas Brückelt von Markus Niersberger besorgt, das Ganze war Neuland für mich.

Die Decals habe ich mit Hilfe von Gimp auf Basis der vom zweiten Bausatz vorhandenen erstellt, was sich als ziemlicher Aufwand herausstellte. Der Vorteil war daß ich Decals, die nicht geklappt hatten (zusammenrollen usw.), einfach nachdrucken konnte. 

Dann ging es an die Motoren: Auspuffrohre aus 3mm Messingrohr wurden angefertigt (geknickt und gelötet), für die zu kurzen Lufteinlässe unterhalb der cowlings wurden Ansatzstücke tiefgezogen, aufgeklebt und verspachtelt/verschliffen. Ebenso für die hinter den Cowlings sitzenden Motoraufnahmen (dunkle Bleche, wahrscheinlich Edelstahl) über ein Bohrerende, die Motoren waren zu kurz. Bei den Cowlings schliff ich zuerst  die angedeuteten und an der falschen Stelle sitzenden cowl-flaps plan. Dann gravierte ich die neuen, größeren, richtig platzierten am hinteren Ende. An deren Scharnier schliff ich das Material innen dünn und sägte die Längsschlitze mit dünnem Sägeblatt ein. Dann brachte ich Plastikkleber an den dünn geschliffenen Scharnieren auf, wartete bis das Plastik an der Stelle weich war und drehte die cowlflaps dann vorsichtig nach aussen um eine leicht geöffnete Stellung darzustellen und liess das Ganze dann so austrocknen. Ausserdem wurden die hinter den Props sitzenden Blechabdeckungen (verbesserter Lufteinlauf?) noch aus Alu gedreht, – danke an Eas von den Kornis! Die Bilder dokumentieren diese Prozesse.

Die ganzen Antennen und winzige Scheibenwischer wurden noch scratch angefertigt und angebracht, ausserdem noch zusätzliche Decals für runde Fenster, die Tankdeckel, das Lockheed Logo, die innere Struktur der Fowlerflaps und die schwarzen Begrenzungstreifen auf den Tragflächen. Abgasverschmutzung mit Ruß und mattem Klarlack.

Bis vor kurzem war ich der Meinung es handelt sich um eine 1:144er Conny, da auch kein Massstab auf dem alten Bausatz angegeben war, aber ein Größenvergleich bei einer Ausstellung und nachrechnen offenbarte, daß es wohl 1:125 ist.

Immer wenn ich jetzt an dem Modell vorbeikomme erfreut mich jetzt der Gesamteindruck sehr, trotz der noch falsch platzierten exhaust-flaps auf der Oberseite der Flügel. Damit muss ich halt leben und hoffe, die Bilder des Oldies/Modell-Oldies gefallen trotzdem! 

Und ja, irgendwie seltsame Zeiten…irgendwie schien der Kranich damals stolzer dreinzuschauen als heute…

Jürgen Baumgart

2 Gedanken zu „Lockheed Super Constellation L-1049G, Überholung der Überholung

    1. Hallo Dieter !
      Danke für den Lob !
      Mit dem neuen Bausatz hast ja recht, aber was hätt ich mit dieser Kiste machen sollen ?
      Zum Wegschmeissen auch zu schade ! Und man findet wirklich kaum mehr was am Markt.
      Ausserdem konnte ich z.. B. noch richtigstellen:
      die gelben Zierstreifen aussen an der Cheatline sitzen wirklich ganz aussen,
      beim neuen Bausatz folgt da nochmal ein schmaler blauer Streifen was schon wieder nicht ganz richtig scheint… Usw….

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