Boeing 707, ARK Models, 1:144

707 – ein „Vintage-Jet“

John Travolta hat eine, und zwar ne -138B, nun habe ich auch eine, und zwar ’ne  -331 (ja, kleiner aber sparsamer :-).

Sie stammt aus einer Zeit, in der Flugzeuge noch laut und rußig waren (und flogen), Airbus unbekannt, Corona noch ein Bier und Amerika eines der Traumziele….
Diese 707-331 hat noch Turbojet-Triebwerke JT4A  der ersten Generation, entwickelt in den frühen 50er-Jahren: https://de.wikipedia.org/wiki/Pratt_%26_Whitney_JT4

Ach ja, letzte Lebenszeichen dieses Triebwerks fand ich noch hier:

Was da wohl noch erforscht wird ?

Ausserdem hat diese frühe Version noch einen gerundeten Flügel-Rumpf-Übergang an der Flügelhinterkante. Auch ein zusätzliches  vertikales Leitblech unten am Heck hatte diese frühe -331 noch aus Flugstabilitätsgründen. Die ganzen mannigfaltigen Tragflächen- und Triebwerksvarianten der verschiedenen 707-Versionen sind übrigens ein Kapitel für sich, hier wurde ich bei Airliner-Cafe fündig.

Gebaut wurde sie dann aus einem ARK-Bausatz den mir Thomas Brückelt irgendwann mal für schmales Geld vorbeibrachte.  Dieser enthielt eine 707 mit kurzem SLW, also so wie eine Ur-367er.

Um auf 331er-Maße zu kommen, habe ich dieses verlängert , auch mussten einige Gussfehler ausgemerzt werden, so z.B. fehlte ein Stück Flügelspitze usw. 
Das Plastik ist relativ weich, ließ sich gut spachteln und schleifen. Nach anfänglichem Überlegen ob ich eine Klarsichthaube tiefziehen sollte beliess ich es dann und machte das Zugeständnis, die Cockpitscheiben diesmal halt mit dem Decal darzustellen.  Diese 707 diente mir als Testbed für einige Goodies, die ich dann auch an einer zweiten 707, einer-320B verwirklichte (noch im Bau).
So z.B. versuchte ich, die charakteristischen Grenzschichtzäune (jeweils 2 Reihen auf den Flügeloberseiten und 1 Reihe auf den HLW-Unterseiten) mit entspr. abgelängten Laubsägeblattstücken, die ich mit dem Lötkolben vorsichtig in den Kunststoff  reinschmolz, darzustellen.
Da auch die charakteristischen NACA-Hutzen (jeweils unten an den Flügelrandbögen und unten am Rumpf in Höhe der Flügelvorderkanten) fehlten, schmolz ich diese mit einem zurechtgefeilten Kupferstück mit integriertem Halter für die Zange ins Kunststoff ein.

Auch musste im Prinzip die gesamte Oberfläche bzw. die Klappen neu graviert werden, da alles nicht dem Original entsprach. Auch die ebenfalls charakteristischen rumpfseitigen seitl. Ausbuchtungen an den HLW-Wurzeln fehlten und mussten angebracht u. eingespachtelt werden (galt auch für die Minicraft-320er). Das sowas nicht berücksichtigt wird , manchmal schon lästig das alles richtigzustellen.
Die seltsamen Originalbausatztriebwerke wollte ich nicht verwenden, hier nahm ich die als JT4 bezeichneten von besagtem Minicraft -320er-Bausatz, die aber auch weder Fleisch noch Fisch waren und einer Menge Umbau- und Aufspachtelarbeit bedurften um wie ein JT4A  auszusehen.Zum Bsp. habe ich die Einlasskonen die viel zu spitzig waren rausgebohrt und durch entspr, geformte Tiefzieh-Rundmaterialteile ersetzt, und die unteren separaten Lufteinläufe ergänzt.

Für die minicraft-320er habe ich dann von Contrail  JT3D-Turbofan-Triebwerke geordert, die Nachfolger des JT3C (bzw. JT4A). Das Fahrwerk war auch zu plump, so daß ich mich entschied die 707 auf einen Ständer zu packen.
Und die TWA-Decals des Minicraft-Bausatzes die ich aufbringen wollte, konnten nur als Vorlage verwendet werden: Sie mußten allesamt in der Größe angepasst werden, Farben stimmten teilweise nicht und irgendwo fehlte auch ein Kabinenfenster. Mit Gimp dann richtiggestellt und selber auf Decalfolie gefertigt. 

Dabei fiel mir dann auch noch auf, das in der Stars and Stripes Flagge am SLW noch 48 Sterne in horizontaler und vertikaler Ausrichtung dargestellt waren, dargestellt ist ein Flugzeug so Mitte der 60er-Jahre, da waren es schon 50 Staaten und die Stars waren daher auf der Flagge zeilenweise versetzt – geht ja gar nicht – also auch richtigstellen und neu ausdrucken ;-)… denke die Flieger hatten so ca. 1965 da schon die neuen Flaggen drauf (Änderung war 1960).

Aber irgendwie macht sich dieses von TWA „Twin Globe“ genannte Design schon gut! Die N767TW wurde ausgewählt, weil ich nur bei dieser schwarze Türumrandungen fand, die meisten anderen hatten wohl weiße, dies nachzupixeln war mir dann aber doch zu aufwendig. 

Zum Schluss wurde nochmal detailliert: Lufteinläufe Triebwerk, Wartungsöffnungen und einzelne Klappenspalte : mit 01er-Stift nachgezogen; Antenne, Entwässerungshutzen, Pitotrohre und die Reverser-Mechaniken an den Triebwerksunterseiten gescratcht und ein Ständer mit Kohlefaserstab und TWA-Emblem gefertigt.

Jürgen Baumgart

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